Finkenberg

auf einer Tafel in der Kapelle

 

Geschichte dieser Kapelle

Diese Kapelle wurde im Sommer 1945 erbaut. Sie geht auf ein Gelübde zurück, das der damalige Besitzer dieser Alpe „Finkenberg“, Herr Georg Fink (1882-1949), gemacht hat. Er selber war Teilnehmer des Ersten Weltkrieges. Beim Rückzug am Ende des Ersten Weltkrieges hat er erlebt, wie die Soldaten in Ungarn ganze Dörfer in Brand steckten.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges hat er sich an dieses Ereignis erinnert und das Gelübde gemacht, in seiner Alpe eine kleine Kapelle zu bauen, wenn die Soldaten in Großdorf nicht brandschatzen. Beim Zusammenbruch des Dritten Reiches hat er in Großdorf 15 einen Leiterwagen mit Lebensmitteln und Kleidern gepackt, um im Falle eines Dorfbrandes mit seiner Familie zu fliehen. Seine Familie: seine Gattin Julie Fink, geb. Rehm (1883-1959), seine Ziehtochter Luise Meusburger, geb. Rehm (1914-1998) und ihre Kinder Georg (* 1938), Maria (1939-1999), Hans (* 1943) und Ludwig (* 1944). Die Pferde waren den ganzen Tag angeschirrt, die Erwachsenen und Kinder waren ebenfalls zum sofortigen Aufbruch bereit.

Der Krieg war zu Ende und Georg Fink ist sofort daran gegangen, sein Gelübde einzulösen. Josef Meusburger (1906-1990) – er war der Bruder seines Schwiegersohnes Fridolin – wurde beauftragt, die Holzkonstruktion zu machen und die Kapelle aufzustellen. Drei Monate nach Kriegsende war der Rohbau aufgestellt. Als Fridolin Meusburger (1911-1995) – Schwiegersohn und „Nachfolger“ von Georg Fink – Mitte August aus der französischen Gefangenschaft kam, hat er mit seinem Sohn Georg während des „Ohmad-Heuet“ das Vieh auf der Alpe „Finkoberg“ versorgt und nebenbei mit den Schindeln an der Außenfassade die Kapelle fertig gestellt.

Georg Meusburger

Bis ich einen traf ...

Ich weinte,

weil ich keine Schuhe hatte

bis ich einen traf,

der keine Beine hatte.

 

Ich schimpfte,

weil ich keinen Fernseher hatte

bis ich einen traf,

der blind war.

 

Ich knurrte,

weil das Essen nicht fertig war

bis ich einen traf,

der am Verhungern war.

 

Ich weigerte mich

für andere zu arbeiten

bis ich einen traf,

der für andere litt.

 

Ich heulte,

weil ich Zahnweh hatte

bis ich einen traf,

der gefoltert wurde.

 

Ich sträubte mich,

mein Kreuz zu tragen

bis ich einen traf,

der daran starb.

 

Ich weigerte mich,

JA zu sagen

bis ich einen traf,

der mich voll bejahte.

 

Rupert Federsel

Pfarramt Egg und Großdorf

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