Die Pfarre Großdorf - St. Josef

Großdorf gehörte bis zum Beginn des 18. Jh. kirchlich zur Pfarre Egg. 1716 wurde eine Expositur geschaffen. Dieser Seelsorgebezirk war weitgehend selbständig, doch blieben gegenüber der Mutterkirche etliche Verbindlichkeiten bestehen. So erhielt Großdorf erst 1804 die Bewilligung zur Aufstellung eines Taufsteins. Beerdigungen fanden bis 1880 in Egg statt.

Seit 1881 lag ein von allen Instanzen anerkannter Stiftsbrief vor, die Pfarrerhebung erfolgte 1883. Damals hatte Großdorf ungefähr 650 Einwohner. Die Sebastiani-Bruderschaft wurde 1720 gegründet.

Als Versammlungsort der Gläubigen diente zunächst eine Kapelle, die um 1600 errichtet wurde. Sie war dem heiligen Josef geweiht. 1760 bis 1762 wurde an deren Stelle ein Neubau errichtet.

1862 bis 1870 wurde die Kirche vergrößert. Der Beichtstuhl, das Chorgestühl und das Gehäuse der Orgel stammen aus dieser Zeit.

Bei der Renovierung 1908 bis 1909 wurde der Kirchenraum mit szenischen und ornamentalen Wandmalereien ausgestattet.

Unter Pfarrer Ulrich Haag ging man 1950 erneut an die Restaurierung des Gotteshauses. Neben allfälligen Reparaturen stand vor allem die Lösung des bestehenden Platzmangels an. Eine Kirchenerweiterung war nicht möglich. Mobile Kinderbänke wurden angeschafft. Die Seitenaltäre, die bisher übers Eck gestanden hatten, wurden vor die Chorbogenwand gestellt.

Die bislang letzte Renovierung fällt in die Jahre 1997 und 1998, deren Ziel die Freilegung des Raumbildes aus dem Jahr 1909 war.

Die Kirche von Großdorf hat einen barocken Charakter.

Zur Erstausstattung der Kirche gehören auch der Hochaltar (Tod des hl. Josef) und die Seitenaltäre (Marienaltar, Sebastiansaltar).

Die Kanzel ist ein Werk des 18. Jahrhunderts. Als Stätte der Verkündigung ist sie Bildträger des Guten Hirten. Die Evangelistensymbole Adler – Johannes, Löwe – Markus, Stier – Lukas und Engel bzw. Mensch – Matthäus sind dem guten Hirten zu Füßen. Die Gesetzestafeln des Mose mahnen zur Treue im Glauben – die Kraft des Hl. Geistes (Taube) wird uns dabei helfen.

Im Zeitalter des Barock fand der Heiligenkult beachtlichen Zuspruch. Große himmlische Heerscharen wurden aufgeboten, um Menschen, Tiere und Fluren zu schützen. Unter den Fürsprechern nahm Maria eine herausragende Stelle ein. In der Kunst fand vor allem das Bild der Schlangenbesiegerin weite Verbreitung. Als solche erscheint die Gottesmutter auch in einer Schnitzarbeit der Großdorfer Kirche, die neben der Standfigur des Heiligen Johannes Nepomuk zur Erstausstattung des Gotteshauses gehört (1770). Die Statue der Heiligen Agatha wurde anlässlich der Kirchenerweiterung bzw. Renovierung zwischen 1862 und 1870 erworben, die Statue der Heiligen Theresia vom Kinde Jesu stammt aus dem Jahr 1933.

Die Kreuzwegstationen sind Arbeiten der Kunstanstalt Heindl in Wien aus dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts. Sie wurden nach Vorlagen des Malers Josef von Führich angefertigt. In den Oberarm des Soldaten der 3. Kreuzwegstation hat sich vermutlich der Künstler selbst gezeichnet.

Die Deckengemälde aus den Jahren 1908/09 des Schnifiser Kirchenmalers Anton Marte verherrlichen den hl. Josef als Nährvater Jesu und Beschützer der Gottesmutter, eine Ergänzung dazu bilden Medaillons mit biblischen Motiven.

 

Die Bilder von hinten nach vorne (über der Orgel beginnend):

Samuels Mutter Hanna betet um einen Sohn (1 Sam 1,9-18)

 

Tobias und Sara bereiten sich durch Gebet auf ihre Ehe vor (Tob 3,7-17)

 

Der Engel mahnt Josef zur Flucht nach Ägypten (Mt 2,13)

 

König David singt dem Herrn Loblieder (2 Sam 22, div. Psalmen)

Verkündigung des Herrn (Lk 1,26-38)

 

 

 

Geburt Jesu (Lk 2,1-7)

 

 

Hl. Familie in Nazareth mit Johannes dem Täufer (Mk 2,19-23)

 

Aufnahme Mariens in den Himmel (Offb 12)

Verkündigung der Geburt des hl. Johannes an Zacharias (Lk 1,5-25)

 

Verkündigung der Geburt Jesu an die Hirten (Lk 2,8-20)

 

Die hl. Familie auf der Flucht (Mt 2,14-15)

 

 

König Artaxerxes erhebt Esther zur Königin (Est 2)


Das Deckengemälde im Presbyterium Maria Königin (Offb 12) des Egger Malers Alois Waldner (Holdo Hanso Wise) von 1930 hat bei der Renovierung 1950 nicht mehr entsprochen und wurde zugedeckt. Bei der Renovierung 1997 – 1998 ist es wieder freigelegt worden.

 

Von den vier Glocken wurden 1916 und 1917 drei beschlagnahmt. 1921 erhielt die Kirche wieder ein mehrstimmiges Geläut. 1942 wurde das Geläut wieder konfisziert. Geblieben ist nur die aus dem Jahr 1759 stammende Totenglocke. Am hl. Abend 1949 wurden 4 neue Glocken geliefert, die bei der Salzburger Firma Oberascher gegossen wurden.

 

Sebastiansglocke: Durchmesser 116 cm 866 kg Schlagton f zu Ehren der Gefallenen der beiden Weltkriege

Josefsglocke: Durchmesser 98 cm 525 kg Schlagton as

Marienglocke: Durchmesser 88 cm 368 kg Schlagton b

Armenseelenglocke: Durchmesser 730 cm 217 kg Schlagton des

Totenglocke aus dem Jahr 1759 (wird heute noch händisch geläutet)

 

Zu den größten Erwerbungen der Renovierung von 1997 - 98 gehören Altar und Ambo aus Jura-Marmor des Künstlers Albrecht Zauner sowie die Orgel. Bei der neuen Orgel nach einer Disposition von Prof. Günther Fetz, erbaut von der Fa. Pflüger in Giesingen, orientierte man sich am Altbestand und stellte den Erhalt des original Schönach-Gehäuse aus dem Jahr 1865 sicher.

 

 

 

 

 

 

 

Von der Pfarrkirche Großdorf - St. Josef

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im Pfarrbüro

erhältlich ist.

Die wunderbare Zeit-vermehrung

Und er sah eine große Menge Volkes, 

die Menschen taten ihm leid,

und er redete zu ihnen von der unwiderstehlichen Liebe Gottes.

 

Als es dann Abend wurde, sagten seine Jünger:

Herr, schicke diese Leute fort, 

es ist schon spät, sie haben keine Zeit.

 

Gebt ihnen doch davon, so sagte er,

gebt ihnen doch von eurer Zeit!

 

Wir haben selber keine, fanden sie,

und was wir haben, dieses wenige, 

wie soll das reichen für so viele?

 

Doch war da einer unter ihnen, der hatte wohl noch fünf Termine frei, mehr nicht, zur Not, dazu zwei Viertelstunden.

 

Und Jesus nahm, mit einem Lächeln, 

die fünf Termine, die sie hier hatten, die beiden Viertelstunden in die Hand.

Er blickte zum Himmel, sprach das Dankgebet und Lob, 

dann ließ er austeilen die kostbare Zeit durch seine Jünger an die vielen Menschen.

 

Und siehe da: es reichte nun das wenige für alle.

Am Ende füllten sie sogar zwölf Tage voll mit dem, was übrig war an Zeit, das war nicht wenig.

 

Es wird berichtet, dass sie staunten.

Denn möglich ist, das sahen sie, Unmögliches bei ihm.

 

Lothar Zenetti

Pfarramt Egg und Großdorf

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