Sieban - Kapelle

Die Kapelle wurde 1920 erbaut zur dankbaren Erinnerung an die glückliche Rückkehr aus dem 1. Weltkrieg. 5 Männer aus Sieban mussten in den Krieg und alle kamen wieder in ihre Heimat zurück.

Die Kapelle wurde 1984/85 und 2000 renoviert.

Die Wurzeln zum Bau dieser Kapelle reichen auf das Kriegsjahr 1917 zurück. Es war damals ein strenger und schneereicher Winter in den Südtiroler Dolomiten am Passubio, wo immer wieder Lawinen ins Tal niedergingen. Hier war Jakob Feldkircher vom Sieban im Kriegseinsatz, wo sich die Truppen der k. k. Monarchie Österreich-Ungarn und die des

Königreiches Italien feindlich gegenüberstanden. Die einzelnen Gefechtsstände und die Versorgung der Truppen erfolgte durch gesprengte Stollen und Seilbahnen. Eines Tages kam es, dass Jakob Feldkircher von einer Lawine mitgerissen wurde und in den Schneemassen verschüttet war. Er machte das Versprechen, wenn er gerettet werde und wieder gesund in die Heimat zurückkäme, würde er eine Kapelle errichten. Er hatte Glück, wurde gerettet und kam auch nach Kriegsende wieder heim. Nun stellte sich ihm die Frage nach dem Standort dieser Kapelle. Er plante ihn an der Straße ins Farnach. Die anderen Siebaner waren jedoch der Meinung, dass sie besser ins Zentrum des Weilers passte und sie auch mittun würden. So kam es zum Standort an der Grundstücksgrenze

Hammerer — Wirthensohn. Es entstand die Heimkehrer-Kapelle, die der Muttergottes

geweiht wurde. Sie diente nun fortan der Gestaltung der Maiandachten und später wurden

in unmittelbarer Nähe auch die Frühjahrs-Benediktionen abgehalten. Die Kapelle wurde im Jahre 1984 renoviert.

Jakob Feldkircher war Jahrgang 1874 und starb im Jahre 1955. Er fand auf dem Friedhof in Großdorf seine letzte Ruhestätte.

 

Schon 21 Jahre nach dem Ende des 1. Weltkrieges nahm der 2. Weltkrieg seinen Anfang, der wieder zahlreiche Opfer forderte. So kam es, dass der Weiler Sieban gleich 4 gefallene Heimatsöhne zu beklagen hat. Es sind dies:

Ludwig Streitler, Vater von 5 kleinen Kindern, von denen das Jüngste noch nicht einmal auf der Welt war. Er war Jahrgang 1908, rückte am 20.5.1941 ein und ist am 18.8.1941 bei Djeppe im Kanal in Nordfrankreich ertrunken. Bei der einbrechenden Meeresflut schaffte er es nicht mehr an Land zu kommen. Sein Grab ist auf einem Soldatenfriedhof in der Normandie.

Josef Hammerer, Jahrgang 1913, rückte 1939 ein und ist am 16.3.1942 gefallen.

Rudolf Hammerer, Jahrgang 1921, rückte am 5.2.1941 ein und ist am 4.10.1942 gefallen.

Es ruhen beide auf dem Soldatenfriedhof Parkina in Nordfinnland.

Leo Hammerer, Jahrgang 1923, wurde am 2.11.1942 zu den Soldaten gerufen und ihn ereilte am 11.10.1943 der Soldatentod in Gorjanka in Russland. Er fand dort seine letzte Ruhestätte.

So waren aus einer Familie gleich 3 Söhne Opfer des unsinnigen Krieges (1939 - 1945) geworden.

 

Wir wünschen diesen Männern die ewige Ruhe und, dass sie die nie ein Ende nehmende

Glückseligkeit genießen können.

 

Am 27.12.1999 wurde die Kapelle bei einem starken Sturm bis auf die Grundmauern zerstört. Sie wurde jedoch im Frühjahr 2000 wieder neu aufgebaut.

 

Diese Gedenktafel wurde gestiftet von Olga Rehm (ehemalige Siebanerin)

Die wunderbare Zeit-vermehrung

Und er sah eine große Menge Volkes, 

die Menschen taten ihm leid,

und er redete zu ihnen von der unwiderstehlichen Liebe Gottes.

 

Als es dann Abend wurde, sagten seine Jünger:

Herr, schicke diese Leute fort, 

es ist schon spät, sie haben keine Zeit.

 

Gebt ihnen doch davon, so sagte er,

gebt ihnen doch von eurer Zeit!

 

Wir haben selber keine, fanden sie,

und was wir haben, dieses wenige, 

wie soll das reichen für so viele?

 

Doch war da einer unter ihnen, der hatte wohl noch fünf Termine frei, mehr nicht, zur Not, dazu zwei Viertelstunden.

 

Und Jesus nahm, mit einem Lächeln, 

die fünf Termine, die sie hier hatten, die beiden Viertelstunden in die Hand.

Er blickte zum Himmel, sprach das Dankgebet und Lob, 

dann ließ er austeilen die kostbare Zeit durch seine Jünger an die vielen Menschen.

 

Und siehe da: es reichte nun das wenige für alle.

Am Ende füllten sie sogar zwölf Tage voll mit dem, was übrig war an Zeit, das war nicht wenig.

 

Es wird berichtet, dass sie staunten.

Denn möglich ist, das sahen sie, Unmögliches bei ihm.

 

Lothar Zenetti

Pfarramt Egg und Großdorf

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