Vinzenzkapelle im Sozialzentrum

Die Vinzenzkapelle wurde im Rahmen des Neubaus des Sozialzentrums in Egg errichtet und am 19. November 2011 geweiht.

 

Vinzenz von Paul, geboren am 24. April 1581, stammte aus Pouy (Südfrankreich), das seit 1828 St-Vincent-de-Paul heißt.

Sein Engagement für Kranke, Bettler, verwahrloste Jugendliche, Geisteskranke, Sträflinge, Flüchtlinge und Vertriebene war groß.

Mit Hilfe von Louise von Marillac begründete er eine Caritas-Gemeinschaft, aus der dann die Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul hervorgingen.

Es ging Vinzenz nicht nur um Beseitigung der seelischen Not, er akzeptierte auch das alltägliche Elend nicht. In einer Zeit, in der sich niemand für die vielen Notleidenden zuständig fühlte, praktizierte er tätige Nächstenliebe. Wo die Gesellschaft von damals weggeschaut hat, dort hat er geholfen.

Er starb 1660 in der Nacht zum 27. September. Die Heiligsprechung erfolgte 1737.

Gedenktag: 27. September

die Säulen angelehnt an die gotische Kirchenarchitektur
  geben Halt
  streben nach oben
  verbinden Himmel und Erde
die Kirche auf vielen Säulen gebaut
   
das Blau die Farbe des Wassers
  und die Farbe des Himmels
  das Leben, die Lebendigkeit
  die Hoffnung, das Vertrauen auf ewiges Leben
   
das Kreuz ausgehend vom alten Kreuz des Vinzenzheimes
  durchzieht den Raum
  verbindet den Raum
  durch den Boden
  durch die Decke
  entlang der Wände
das Kreuz verbindet und hält zusammen
   
Jesus Christus unser Halt
  unser Leben
  unsere Mitte
   
Jesus Christus in unserer Mitte

Kapelle im Vinzenzheim - bis zur Brandkatastrophe am 8.2.2008

 

Das Indult von Papst Benedikt XIV vom 16. 1. 1741, das in späteren Jahren immer wieder bestätigt wurde, ermöglichte die Errichtung eines Versorgungshauses in Egg, im Geiste des hl. Vinzenz. Josef Natter stiftete den Grund des Hauses sowie den Acker und die Wiesen um das Haus mit der Auflage, dass er im Alter im Heim betreut wird. Außerdem sollten Barmherzige Schwestern das Heim führen, und es durfte nur dem Zweck der Aufnahme von Armen und Alten und ihrer Versorgung dienen. Vertraglich war festgehalten, dass bei Nichteinhaltung dieser Bestimmungen der Besitz wieder in das Eigentum der Familie Natter übergeht. Das Haus konnte 1869 bezogen werden. Die Vinzentinerinnen betrieben dieses Armenhaus als Selbstversorgungsheim. In dieser Filiale der Barmherzigen Schwestern lebten zwei Schulschwestern, die die Mädchenabteilung unterrichteten, eine Oberin, eine Krankenschwester, zwei Arbeitsschwestern und eine „Köchinschwester“. Für die schwere Arbeit unterhielten sie einen Knecht.

Im Mai 1877 wurde mit dem Bau der Kapelle im Armenhaus begonnen. Der Plan wurde von Baumeister Josef Böhm aus Bregenz erstellt und unter der Leitung von Baumeister Josef Hutle aus Bregenz ausgeführt. Schon am 18. Oktober 1878 konnte Kaplan Karl Stieler die Kapelle einweihen. Die Kapelle,die sich an der Nordseite des dreistöckigen Armenhauses befindet, ist 11 m lang, 4,9 m breit und 7,5 m hoch.

Die fünf farbigen Fenster stammten vom Glasermeister Georg Boch aus Riefensberg und der Altar vom Bildhauer Anton Rüscher aus Bizau. Das Kreuz schnitzte der Egger Anton Moosbrugger (der Sohn von Christian Moosbrugger). Der Turm dieser Kapelle wurde im November 1877 fertiggestellt und erhielt ein Glöckchen aus dem Kapuzinerhospiz Gauenstein im Montafon. Gekauft und für die Kapelle zur Verfügung gestellt wurde es vom Knecht des Armenhauses Christian Fischer. Die Fresko- und Dekorationsmalerei stammt vom Maler J. Kärle. Die Ausgaben für den Bau und die Ausstattung der Kapelle konnten damals aus Beiträgen von Wohltätern und mit freiwilligen Spenden abgedeckt werden. Das Fest des hl. Vinzenz wurde immer am 19. August mit einem „fierlichen“ Gottesdienst und einem köstlichen Mittagessen, zu dem die hohen Persönlichkeiten der Kirche und des öffentlichen Lebens geladen waren, gefeiert. In den letzten Jahren wurde die Kapelle renoviert und rollstuhlgerecht eingerichtet. (Vgl. Chronik Egg)

Am 31. März 1999 verließen die barmherzigen Schwestern das Vinzenzheim. 

 

Metzler Gerda, Heimatkunde im Religionsunterricht. Kapellen, Bildstöcke und Wegkreuze in Egg.

Religionspädagogische Akademie der Diözese Innsbruck, Stams. Religionspädagogisches Institut der Diözese Feldkirch, 2002, Seite 45-47

 

Die wunderbare Zeit-vermehrung

Und er sah eine große Menge Volkes, 

die Menschen taten ihm leid,

und er redete zu ihnen von der unwiderstehlichen Liebe Gottes.

 

Als es dann Abend wurde, sagten seine Jünger:

Herr, schicke diese Leute fort, 

es ist schon spät, sie haben keine Zeit.

 

Gebt ihnen doch davon, so sagte er,

gebt ihnen doch von eurer Zeit!

 

Wir haben selber keine, fanden sie,

und was wir haben, dieses wenige, 

wie soll das reichen für so viele?

 

Doch war da einer unter ihnen, der hatte wohl noch fünf Termine frei, mehr nicht, zur Not, dazu zwei Viertelstunden.

 

Und Jesus nahm, mit einem Lächeln, 

die fünf Termine, die sie hier hatten, die beiden Viertelstunden in die Hand.

Er blickte zum Himmel, sprach das Dankgebet und Lob, 

dann ließ er austeilen die kostbare Zeit durch seine Jünger an die vielen Menschen.

 

Und siehe da: es reichte nun das wenige für alle.

Am Ende füllten sie sogar zwölf Tage voll mit dem, was übrig war an Zeit, das war nicht wenig.

 

Es wird berichtet, dass sie staunten.

Denn möglich ist, das sahen sie, Unmögliches bei ihm.

 

Lothar Zenetti

Pfarramt Egg und Großdorf

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