Ebenwald - Kapelle - hl. Antonius und hl. Ignatius

Auf einer schönen Ebene mit altem Bauernhausbestand am Ende eines Wassergrabens steht eine kleine Holzkapelle aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Jodok Lang, der derzeitige Besitzer der Kapelle erzählte, dass sie auf Gund eines Versprechens errichtet wurde. Der Hang bedrohte die Bauernhöfe und es bestand die Gefahr einer großflächigen Vermurung. Daraufhin versprachen die Bewohner bei Abwendung der Gefahr eine Kapelle zu errichten.

Sie misst ca. 2 m x 3 m und ist ebenmäßig mit Schindeln verkleidet.

Die Eingangstür, in deren oberem Teil ein mit Ornamenten verziertes Gitter eingearbeitet ist, ermöglicht den Blick in die Kapelle. Der Innenraum ist getäfelt und die Decke leicht gewölbt. In einer eingelassenen Nische steht eine Marienstatue aus Gips flankiert von zwei Engeln ebenfalls aus Gips. Papierrosen mit lackierten Stechlaubblättern verzieren die Nische. Diese Papierrosen wirken auf den ersten Blick kitschig, die alte Kunst des Papierrosenmachens ist aber beachtenswert. (E. Schallert 2002)

Rechts auf dem Altar steht eine barocke Skulptur aus dem 18. Jahrhundert, der hl. Antonius von Padua im Kapuzinergewand mit Mönchshaartracht. Auf seinem linken Arm sitzt das Jesuskind mit einem Strahlenkranz. Die Fassung dürfte noch orginal sein. Der Sockel ist marmoriert und trägt die Inschrift „S Antoni“. Beachtenswert ist der untere Teil des Strickes des Heiligen, der aus Hanf gemacht ist. Die Skulptur hat eine Gesamthöhe von ca. 1 m. Links steht der hl. Johannes Nepomuk, der der Schutzheilige gegen Hochwasser ist . Er deutet mit abwehrender Handhaltung in Richtung Wassergraben und ist mit der Soutane, dem Chorrock mit goldenen Spitzen und dem schwarzen Schultermantel als Domherr dargestellt. Die verzierte Stola nimmt fast die Länge des Chorrockes ein. Gedrechselte und bunt bemalte Kerzenständer vervollständigen das Bild.

Interessant ist eine aussagekräftige Tafel an der Seitenwand. Sie zeigt Pfähle mit Stacheldraht verbunden und dahinter zwei gefaltete Hände mit einem Rosenkranz. Signiert ist sie mit „I. J.“ und der Inschrift: „Dem mütterlichen Schutz unserer lieben Frau verdanke ich die glückliche Heimkehr aus Kriegsgefangenschaft.“ (E. Schallert 2002)

 

Metzler Gerda, Heimatkunde im Religionsunterricht. Kapellen, Bildstöcke und Wegkreuze in Egg. Religionspädagogische Akademie der Diözese Innsbruck, Stams. Religionspädagogisches Institut der Diözese Feldkirch, 2002, Seite 44-45

Bis ich einen traf ...

Ich weinte,

weil ich keine Schuhe hatte

bis ich einen traf,

der keine Beine hatte.

 

Ich schimpfte,

weil ich keinen Fernseher hatte

bis ich einen traf,

der blind war.

 

Ich knurrte,

weil das Essen nicht fertig war

bis ich einen traf,

der am Verhungern war.

 

Ich weigerte mich

für andere zu arbeiten

bis ich einen traf,

der für andere litt.

 

Ich heulte,

weil ich Zahnweh hatte

bis ich einen traf,

der gefoltert wurde.

 

Ich sträubte mich,

mein Kreuz zu tragen

bis ich einen traf,

der daran starb.

 

Ich weigerte mich,

JA zu sagen

bis ich einen traf,

der mich voll bejahte.

 

Rupert Federsel

Pfarramt Egg und Großdorf

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