Kaltenbrunnen - Kapelle hl. Ottilia

Xaver Schedler hat die Kapelle in der Mitte des 18. Jahrhunderts gebaut. Erzählt wird, dass er die Kapelle aus Dankbarkeit für die Heilung von Zahnweh errichten ließ. Bei der Renovierung der Kapelle wurde festgestellt, dass sie nur aus Steinen und Lehm gemauert und außen mit Kalk weiß angestrichen war. An den Dachuntersichtsbrettern fand man Bleistiftinschriften von durchziehenden Bauhandwerkern und Schwabenkindern. (Datum ab 1780) Dies deutet auf einen Säumweg hin, der an der Kapelle vorbeiführte. Zwei große Tannen, zwischen denen die Kapelle stand, hatten die alten Grundmauern verschoben, was die vollständige Renovierung notwendig machte.

Sie wurde 1985 von Elfriede Mayer geb. Natter neu errichtet und lädt malerisch versteckt an einer besinnlichen Stätte zum Gebet ein. Heute zeigt sie sich als ein viereckiger Bau mit Glockenturm. Die Glocke kann mit einem Strick geläutet werden. Im Innenraum befindet sich ein Gemälde, das Gott Vater, Gott Sohn und den Heiligen Geist zeigt. Darunter kniet der hl. Wendelin mit der Hirtenschaufel und ein unbekannter Heiliger. Dieses Bild stammt vermutlich von einem Bauernmaler. An der Decke findet sich in der Mitte eine Weihnachtsdarstellung, die von 8 Medaillons mit Heiligen umrahmt wird. Eine Kniebank inmitten der Kapelle lädt zum Gebet ein. (E. Schallert 2002)

Auch diese Kapelle ist wunderschön geschmückt und liebevoll betreut. Eine Besonderheit ist, dass von allen Verstorbenen des kleinen und hochgelegenen Weilers an der Seitenwand Bilder angebracht werden.

 

Metzler Gerda, Heimatkunde im Religionsunterricht. Kapellen, Bildstöcke und Wegkreuze in Egg. Religionspädagogische Akademie der Diözese Innsbruck, Stams. Religionspädagogisches Institut der Diözese Feldkirch, 2002, Seite 37-38

Die wunderbare Zeit-vermehrung

Und er sah eine große Menge Volkes, 

die Menschen taten ihm leid,

und er redete zu ihnen von der unwiderstehlichen Liebe Gottes.

 

Als es dann Abend wurde, sagten seine Jünger:

Herr, schicke diese Leute fort, 

es ist schon spät, sie haben keine Zeit.

 

Gebt ihnen doch davon, so sagte er,

gebt ihnen doch von eurer Zeit!

 

Wir haben selber keine, fanden sie,

und was wir haben, dieses wenige, 

wie soll das reichen für so viele?

 

Doch war da einer unter ihnen, der hatte wohl noch fünf Termine frei, mehr nicht, zur Not, dazu zwei Viertelstunden.

 

Und Jesus nahm, mit einem Lächeln, 

die fünf Termine, die sie hier hatten, die beiden Viertelstunden in die Hand.

Er blickte zum Himmel, sprach das Dankgebet und Lob, 

dann ließ er austeilen die kostbare Zeit durch seine Jünger an die vielen Menschen.

 

Und siehe da: es reichte nun das wenige für alle.

Am Ende füllten sie sogar zwölf Tage voll mit dem, was übrig war an Zeit, das war nicht wenig.

 

Es wird berichtet, dass sie staunten.

Denn möglich ist, das sahen sie, Unmögliches bei ihm.

 

Lothar Zenetti

Pfarramt Egg und Großdorf

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