Tuppen - Kapelle

Diese Kapelle wurde 1955 auf Grund eines Versprechens von Maria Sohm geb. Brüstle gebaut, anstelle eines älteren Bildstockes unbekannter Herkunft. Josef Sohm, ihr Gatte, war Straßenarbeiter und verantwortlich für den Zustand der Bundesstraße. In Folge eines Verkehrsunfalles mit tödlichem Ausgang, für den er sich verantwortlich fühlte, musste sich Josef Sohm einer Behandlung an der Nervenklinik unterziehen. Maria Sohm versprach, falls ihr Gatte gesund zurückkehrt, eine Kapelle zu errichten.

Die Kapelle ist ein einfach gemauerter, rechteckiger Bau ( 2 m x 3 m ) mit einem Satteldach und einem gedrungenen Glockentürmchen. Die Hauptzierde im Innern der Kapelle ist ein neugotischer Altar, bei dem das Mittelstück, die Predella, fehlen dürfte. Der obere Altaraufbau ist rechteckig und mit verschlungenem Ast- und Laubwerk verziert. In der Rückwand ist das alte tapetenartige Muster trotz goldbronzenem Anstrich noch erkennbar. (E. Schallert 2002) Dieser Altar ist ein ehemaliger Seitenaltar aus der Damülser Kirche, in dem sich ursprünglich auch noch zwei Statuen, Maria und die hl. Anna aus der Damülser Kirche befanden. Da Maria Sohm familiäre Verbindungen nach Damüls hatte, wurde ihr der Altar für die Kapelle überlassen. Nach dem Tod von Maria Sohm kehrten die Figuren, die einen Holzkopf und einen Gipskörper hatten und sehr alt waren, nach Damüls zurück, da diese Kunstschätze in der Kapelle, die für jedermann offensteht, nicht ausreichend gesichert gewesen wären.

Heute befindet sich ein Bild des göttlichen Heilands, das von Alois Waldner (Holda Hanso Wise) von Ebenwald im nord- bzw. mittelamerikanischen Stil gemalt wurde, im Mittelpunkt des Altares. Als Kuriosum stehen zwei Muttergottesstatuen aus Lourdes neben dem Bild.

Die vordere Front des Altartisches hat drei Felder, die mit neugotischen Ornamenten verziert sind. Der Altartisch hat zwei vorangesetzte Säulen. Das gehäkelte Altartuch beinhaltet den Schriftzug „Jesus ich vertraue auf dich“. (E. Schallert 2002)

In der Kapelle findet in regelmäßigen Abständen eine Weilermaiandacht statt, die auch mit einem Fest für alle Betenden endet.

 

Metzler Gerda, Heimatkunde im Religionsunterricht. Kapellen, Bildstöcke und Wegkreuze in Egg. Religionspädagogische Akademie der Diözese Innsbruck, Stams. Religionspädagogisches Institut der Diözese Feldkirch, 2002, Seite 35-37

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Öffnungszeiten im Pfarrbüro:

Dienstag, 15.00 - 18.00 Uhr

Freitag, 8.30 - 11.00 Uhr

Die Hirten

Sie sind erschrocken.

Sie hören, staunen.

Gehen hin nach Betlehem.

Dort stehen sie

mit großen Augen

und mit kleiner Logik.

Sie schauen in das Kind hinein, hindurch, so lange,

bis sie den Erlöser sehen.

Sie finden ihn.

In den Windeln eingehüllt.

Den Herrn der Welt.

Was mussten sie für Augen haben!

Sie beugen sich und finden Wahrheit.

Sie bücken sich und anerkennen,

was nicht durch sie entstand,

sie schauen nicht hin und her,

sie schauen einfach tief,

ein kleines Kind,

Retter der Welt.

Sie brauchen nicht gescheite Worte.

Es war genug für Hirten,

zu stehen vor der Krippe

und gehört zu haben,

das Heil ist da.

Ihre Augen fliehen nicht ins Unsichtbare.

Sie schauen hin

und sehen alles.

Sie schauen in die Augen eines Kindes

und loben Gott für dieses Heil.

Sie tanzen heim.

Sie sind gewiss: Er ist's.

 

Martin Gutl