Die Sebastians-Bruderschaft

Die Pfarre Großdorf St. Josef darf stolz sein, eine Bruderschaft zu beherbergen, welche bereits 1720 in der Filialkirche zu Großdorf (Pfarrerrichtung 1882) zur Ehre des hl. Martyrers Sebastian mit bischöflicher Bewilligung errichtet wurde.

Im Verlauf der Jahre und Jahrzehnte hat sich die Sebastians-Bruderschaft in Großdorf bei der Bevölkerung im Bregenzerwald so stark verbreitet und an Sinn gewonnen, dass Menschen von Langen bei Bregenz bis nach Warth Mitglieder der Bruderschaft wurden.

 

Wie die älteren Großdorfer noch wissen, war der Sebastianstag ein Feiertag und schulfrei. Die Schüler durften an diesem Tag nicht in die Kirche, weil der Andrang so groß war.

Das Hauptfest der Sebastians-Bruderschaft wird am Sonntag nach Sebastian (20. Jänner) gefeiert - oder, wenn dieses auf einen Sonntag fällt, an diesem Tag selbst.

Der heilige Sebastian gilt in der katholischen Kirche wie wenig andere als ein „typischer“ Heiliger der frühen Verfolgungszeit in Rom. Von ihm haben wir einige sichere Nachrichten:

Der heilige Ambrosius berichtet, Sebastian sei in Mailand (Norditalien) geboren worden und habe in Rom des Glaubens wegen sein Leben lassen müssen.

In einem Buch, das schon um 354 geschrieben wurde, steht zu lesen: Sebastian, Märtyrer, wurde am 20. Jänner im Friedhof „ad catacumbas“ an der Via Appia außerhalb der Stadtmauern von Rom beerdigt.

 Als später, im 5. Jh, der berühmte Geschichtsschreiber Arnobius das Leben und Sterben des heiligen Sebastian näher beschrieb, da erzählte er folgendes:

Sebastian war Offizier der kaiserlichen Garde. Er wurde auf Befehl des Kaisers Diokletian zum Tode verurteilt und mit Pfeilen durchschossen. Dann ließ man ihn liegen und glaubte, er sei tot. Doch – er war am Leben. Eine fromme Witwe mit Namen Irene wollte seinen Leichnam in der Nacht beerdigen und entdeckte, dass Sebastian noch am Leben sei. Mit großer Sorgfalt pflegte sie ihn gesund. Kaum war Sebastian wiederhergestellt, da ging er tapfer und unerschrocken zum Kaiser und bekannte sich erneut zum Christentum. Vielleicht hatte er gehofft, dass ein Totgeglaubter auf den Kaiser Eindruck machen und ihn von seiner Verfolgungswut gegen die Christen abbringen könnte. Aber er hatte sich getäuscht. Kaiser Diokletian befahl, ihn mit Keulen zu erschlagen. Seinen Leib warf man in die „cloaca maxima“, in den städtischen Abflussgraben in der Nähe des Tiber. Von dort wurde er geborgen und „ad catacumbas“ bestattet.

 

Sebastian wurde von der christlichen Gemeinde in Rom von Anfang an als Heiliger verehrt. Über seinem Grab erhebt sich heute die alte Kirche „San Sebastiano“.

Die wunderbare Zeit-vermehrung

Und er sah eine große Menge Volkes, 

die Menschen taten ihm leid,

und er redete zu ihnen von der unwiderstehlichen Liebe Gottes.

 

Als es dann Abend wurde, sagten seine Jünger:

Herr, schicke diese Leute fort, 

es ist schon spät, sie haben keine Zeit.

 

Gebt ihnen doch davon, so sagte er,

gebt ihnen doch von eurer Zeit!

 

Wir haben selber keine, fanden sie,

und was wir haben, dieses wenige, 

wie soll das reichen für so viele?

 

Doch war da einer unter ihnen, der hatte wohl noch fünf Termine frei, mehr nicht, zur Not, dazu zwei Viertelstunden.

 

Und Jesus nahm, mit einem Lächeln, 

die fünf Termine, die sie hier hatten, die beiden Viertelstunden in die Hand.

Er blickte zum Himmel, sprach das Dankgebet und Lob, 

dann ließ er austeilen die kostbare Zeit durch seine Jünger an die vielen Menschen.

 

Und siehe da: es reichte nun das wenige für alle.

Am Ende füllten sie sogar zwölf Tage voll mit dem, was übrig war an Zeit, das war nicht wenig.

 

Es wird berichtet, dass sie staunten.

Denn möglich ist, das sahen sie, Unmögliches bei ihm.

 

Lothar Zenetti

Pfarramt Egg und Großdorf

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